Ein Schlosswechsel ist nicht immer notwendig, wird aber von manchen Schlüsseldiensten vorschnell empfohlen. In diesem Artikel erfahren Sie, wann ein Austausch wirklich sinnvoll ist und wann Sie skeptisch werden sollten. Außerdem geben wir Ihnen einen Überblick über Kosten und verschiedene Schlosstypen.
Gründe für einen Schlosswechsel
Es gibt mehrere legitime Gründe, ein Schloss auszutauschen. Der häufigste ist der Verlust von Schlüsseln. Wenn Sie nicht sicher wissen, wo Ihre Schlüssel sind, sollten Sie das Schloss aus Sicherheitsgründen wechseln. Besonders wenn der Schlüssel mit Ihrer Adresse in Verbindung gebracht werden kann, besteht ein Sicherheitsrisiko.
Nach einem Einbruch oder Einbruchsversuch ist ein Schlosswechsel oft notwendig. Das alte Schloss kann beschädigt sein oder an Sicherheit eingebüßt haben. Auch nach einem Umzug in eine Mietwohnung sollten Sie prüfen, ob die Schlösser gewechselt werden sollten – Sie wissen nie, wie viele Vormieter noch Schlüssel haben könnten.
Ein weiterer Grund ist ein defektes Schloss. Wenn der Schlüssel schwergängig ist, klemmt oder sich nur noch schwer drehen lässt, kann das Schloss verschlissen sein. In solchen Fällen ist ein Austausch sinnvoll, bevor Sie komplett ausgesperrt werden.
Wann ist kein Wechsel nötig?
Bei einer einfachen Aussperrung, wenn die Tür nur zugefallen ist, ist ein Schlosswechsel normalerweise nicht erforderlich. Das Schloss ist intakt und kann problemlos weiter genutzt werden. Lassen Sie sich von unseriösen Anbietern nicht einreden, dass das Schloss ausgetauscht werden muss. Der Schlüsseldienst Düsseldorf öffnet zugefallene Türen in der Regel schadensfrei.
Auch wenn ein Schlüssel abgebrochen ist, muss nicht immer das ganze Schloss getauscht werden. Oft lässt sich der abgebrochene Teil entfernen und ein neuer Schlüssel anfertigen. Nur wenn das Schloss dabei beschädigt wird oder bereits vorher defekt war, ist ein Austausch nötig.
Verschiedene Schlosstypen und ihre Kosten
Ein einfaches Einsteckschloss für Wohnungstüren kostet im Material zwischen 20 und 60 Euro. Der Einbau durch einen Fachmann dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Insgesamt sollten Sie für Material und Arbeit etwa 80 bis 150 Euro einkalkulieren. Diese Preise gelten für Standardschlösser ohne besondere Sicherheitsmerkmale.
Sicherheitsschlösser mit erhöhtem Einbruchschutz sind teurer. Ein Schloss der Sicherheitsklasse 3 nach DIN-Norm kostet zwischen 80 und 200 Euro. Hinzu kommen die Einbaukosten. Insgesamt können Sie mit 150 bis 350 Euro rechnen. Diese Investition lohnt sich besonders in Stadtteilen mit höheren Einbruchsraten.
Für maximale Sicherheit gibt es Mehrfachverriegelungsschlösser. Diese verfügen über mehrere Schließpunkte und bieten den besten Schutz. Die Kosten liegen zwischen 200 und 500 Euro für Material und Einbau. Solche Schlösser werden oft von Versicherungen empfohlen oder sogar gefordert.
Schließzylinder wechseln statt ganzes Schloss
Oft reicht es aus, nur den Schließzylinder zu wechseln, nicht das gesamte Schloss. Dies ist deutlich günstiger und in vielen Fällen ausreichend. Ein neuer Schließzylinder kostet zwischen 15 und 80 Euro, je nach Sicherheitsstufe. Der Wechsel dauert nur wenige Minuten und kann von jedem Schlüsseldienst durchgeführt werden.
Diese Option ist ideal, wenn Sie nach einem Schlüsselverlust die Sicherheit wieder herstellen wollen, das Schloss selbst aber noch einwandfrei funktioniert. Auch bei einem Mieterwechsel tauschen viele Vermieter nur die Zylinder aus, nicht die kompletten Schlösser.
Elektronische Schlösser als Alternative
Moderne elektronische Türschlösser werden immer beliebter. Sie öffnen per Code, Fingerabdruck, Smartphone-App oder RFID-Karte. Der Vorteil: Sie brauchen keinen physischen Schlüssel mehr und können nicht ausgesperrt werden. Die Codes lassen sich jederzeit ändern, ohne dass ein Schlosswechsel nötig ist.
Die Kosten für elektronische Schlösser liegen zwischen 150 und 800 Euro, abhängig von den Funktionen. Hochwertige Modelle mit Smartphone-Anbindung, Fernzugriff und Protokollierung sind teurer. Der Einbau sollte von einem Fachmann durchgeführt werden, da oft auch elektrische Arbeiten erforderlich sind.
Mietwohnungen: Wer zahlt den Schlosswechsel?
In Mietwohnungen ist die Rechtslage beim Schlosswechsel nicht immer eindeutig. Grundsätzlich dürfen Sie als Mieter das Schloss auf eigene Kosten wechseln, müssen aber beim Auszug das ursprüngliche Schloss wieder einbauen. Bewahren Sie daher das alte Schloss gut auf.
Wenn der Schlosswechsel notwendig wird, weil das alte Schloss defekt ist, muss in der Regel der Vermieter die Kosten tragen. Bei Schlüsselverlust durch den Mieter zahlt dieser selbst. Informieren Sie Ihren Vermieter vor einem Schlosswechsel und holen Sie im Idealfall seine Zustimmung ein.
Qualität erkennen
Achten Sie beim Kauf eines neuen Schlosses auf Qualitätssiegel und Zertifizierungen. Die DIN-Norm 18251 definiert verschiedene Sicherheitsklassen. Klasse 1 bietet Grundschutz, Klasse 4 den höchsten Schutz gegen Einbruch. Für Wohnungen empfehlen sich mindestens Schlösser der Klasse 2 oder 3.
Auch das VdS-Siegel (Verband der Sachversicherer) oder das Prüfzeichen des VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker) bei elektronischen Schlössern sind Hinweise auf Qualität. Lassen Sie sich vom Schlüsseldienst verschiedene Optionen zeigen und erklären. Ein seriöser Anbieter berät Sie ausführlich und verkauft nicht einfach das teuerste Produkt.
Selbsteinbau oder Fachmann?
Handwerklich geschickte Menschen können einfache Schließzylinder selbst wechseln. Das spart die Arbeitskosten. Allerdings sollten Sie nur dann selbst Hand anlegen, wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun. Ein falsch eingebautes Schloss kann die Sicherheit verringern statt erhöhen.
Für komplexe Schlösser, Mehrfachverriegelungen oder elektronische Systeme sollten Sie unbedingt einen Fachmann beauftragen. Die professionelle Installation stellt sicher, dass das Schloss korrekt funktioniert und die volle Sicherheit bietet. Außerdem haben Sie bei Problemen einen Ansprechpartner.
Ein Schlosswechsel ist eine Investition in Ihre Sicherheit. Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl des richtigen Schlosses und eines seriösen Anbieters.

